Einrichtungstipps für Hochsensible

Was dir als hochsensible Person beim Einrichten hilft und worauf du achten kannst.

Ich bin selbst in vielen Bereichen hochsensibel und merke immer wieder, dass ich dadurch ganz besondere Bedürfnisse habe, was meine Einrichtung betrifft. Vielen Menschen geht es so wie mir. Daher will ich in diesem Blogbeitrag einmal im Detail auf das Thema eingehen. Vielleicht bist auch du oder eine Person in deinem Haushalt hochsensibel und kannst dadurch ein paar sinnvolle Tipps für dein/euer Zuhause mitnehmen.

Was ist Hochsensibilität?

Hochsensible Menschen haben eine feinere Wahrnehmung der eigenen Umwelt. Reize werden intensiver aufgenommen und oft auch länger verarbeitet. Das betrifft nicht nur äußere Eindrücke wie Licht, Geräusche oder visuelle Details, sondern auch Stimmungen, Atmosphäre und zwischenmenschliche Signale.

Viele Hochsensible spüren schneller, wenn etwas nicht stimmig ist. Ein Raum, der unruhig wirkt, eine grelle Lichtquelle oder zu viele gleichzeitig wirkende Elemente können sich unmittelbar auf das Wohlbefinden auswirken. Zu viele Reize führen schnell zu erhöhtem Stress und besonderen Herausforderungen im Alltag.

Gleichzeitig liegt in dieser Sensibilität eine besondere Stärke. Die Fähigkeit, feine Unterschiede wahrzunehmen, ermöglicht auch ein sehr klares Gespür dafür, was wirklich gut tut und eine besondere Empathie für andere Menschen.

Warum eine bedürfnisorientierte Einrichtung für Hochsensible so wichtig ist

Kommt dir das bekannt vor? Bei der Arbeit zu viele To Dos, die möglichst gleichzeitig zu erledigen sind, privat zwölf ungelesenen WhatsApp-Nachrichten und zum Sport hast du es auch schon seit Tagen nicht mehr geschafft. Gefühlt wird das Leben immer schneller und immer mehr Reize prasseln den Tag über auf uns ein. Das ist vor allem für uns hochsensible Menschen eine enorme Herausforderung.

Wenn wir dann nach einem stressigen und vollen Tag nach Hause kommen erwartet uns oft folgendes Bild: Die Geschirrspülmaschine möchte ausgeräumt werden, die Leinwand, die endlich fertig gemalt werden will und all die vielen anderen Dinge, die herumstehen und unsere Aufmerksamkeit wollen. Statt Ruhe und Entspannung haben wir in unseren vier Wänden also eine zweite Baustelle, die uns neben unserem Alltag zusätzlich noch Energie zieht.

Was wir als Hochsensible brauchen ist kein Chaos, sondern ein Zuhause, das besonders reizarm gestaltet ist. Ein Gegenpol zum stressigen Alltag, in dem wir uns bewusst zurückziehen und unsere Akkus aufladen können. Wie das geht? Hier kommen meine Empfehlungen, wie du dein Zuhause bewusst auf das Leben als Hochsensible Person abstimmen kannst.

Mehr Ruhe im Außen = Mehr Ruhe im Innen.

Konkrete Tipps für eine Einrichtung für Hochsensible

Hochsensible Personen reagieren wie gesagt stärker auf visuelle, akustische und auch haptische Reize. Um Stress und Reizüberflutung zu reduzieren, ist das Hauptziel also die Reduktion von Reizen in unserem Zuhause. Eine ruhige Einrichtung sorgt dann direkt für ein ruhigeres Nervensystem. Schauen wir uns einmal an, wie wir diese Reize konkret reduzieren können:

Tipp 1: Einfachheit & Minimalismus

Der größte Hebel, um Reize zu reduzieren ist es, weniger Dinge sichtbar im Raum aufzustellen. Mir hat es persönlich sehr geholfen, mich mit Minimalismus zu beschäftigen und viele Dinge bewusst loszulassen. Ich schreibe hierzu zeitnah einen ausführlichen Blogartikel, den ich dir hier verlinken werde. Das kannst du konkret tun:

  • Reduziere die Anzahl an Gegenständen die offen im Raum herumstehen

  • Setze weniger Deko, dafür ausgewählte Stücke ein

  • Schaffe freie Flächen und Wände

  • Vermeide visuelle Ablenkungen, wie zu unruhige Muster

  • Wähle Möbel mit klaren Linien statt vieler kleiner Details

Tipp 2: Struktur & Ordnung

Eine klare Struktur hilft dabei, die Dinge, die in deinen vier Wänden vorhanden sind ruhiger erscheinen zu lassen:

  • Nutze durchdachte Ordnungssysteme

  • Finde für alle Dinge einen festen Platz

  • Setze geschlossene Stauraumlösungen ein

  • Nutze schlichte Behälter für Spülmittel, Seife und Co.

Tipp 3: Sanfte Farbwelt

Harte Kontraste und grelle Farben wirken aktivierend auf unser System und dadurch schnell überfordernd. Ruhige und natürliche Farbtöne wirken stattdessen ausgleichend und beruhigen unser Nervensystem.

  • Wähle warme Beige-, Sand- und Erdtöne

  • Gedeckte Grün- oder Blaunuancen kannst du ebenfalls wählen

  • Vermeide zu leuchtende Farben

  • Halte deine Farbpalette im Raum bewusst klein

Tipp 4: Indirektes Licht

Während zu helles, kaltes oder direktes Licht eine ungemütliche Atmosphäre schafft warmes, indirektes Licht gezielt für eine entspannte Stimmung. Viel natürliches Licht ist tagsüber auch hilfreich. Du kannst hier mit leichten Vorhängen arbeiten, um das Licht weicher zu machen.

  • Nutze mehrere kleine Lichtquellen statt einer zentralen Deckenlampe

  • Wähle warmweißes Licht

  • Arbeite mit Tisch- oder Stehlampen für eine indirekte Beleichtung

  • Vermeide grelles, punktuelles Licht auf Augenhöhe

Tipp 5: Natürliche Materialien

Hochsensible Menschen nehmen den haptischen Reiz von Materialien oft intensiver wahr. Glänzende, harte oder sehr kühle Oberflächen können sich unangenehm anfühlen. Weiche, natürliche Materialien hingegen vermitteln Wärme und Sicherheit.

  • Setze auf natürliche Materialien wie Holz, Leinen oder Wolle

  • Kombiniere wenige, aber stimmige Texturen

  • Vermeide starke Kontraste zwischen den Materialien

  • Integriere bewusst weiche Elemente wie Teppiche oder Textilien

Tipp 6: Passende Akustik

Lärm ist für viele hochsensible Menschen einer der größten Stressauslöser. Schon kleine, dauerhafte Geräusche können das Nervensystem in Alarmbereitschaft versetzen. Deshalb lohnt es sich, die Akustik im Raum aktiv mitzugestalten.

  • Nutze Teppiche, Vorhänge und Polstermöbel zur Schalldämpfung

  • Vermeide zu viele harte, glatte Flächen, um Schall zu reduzieren

  • Schaffe bewusst ruhige Bereiche ohne akustische Störquellen

Tipp 7: Reduzierte Gerüche

Nicht zuletzt ist die olfaktorische Wahrnehmung, also die Wahrnehmung von Gerüchen sensibler, weswegen du hier einmal bewusst hinschauen darfst, wo du Düfte in deinem Zuhause gegebenenfalls reduzieren kannst.

  • Nutze lieber dezente, natürliche Düfte

  • Vermeide künstliche Raumdüfte

  • Sorge für gute Lüftungsmöglichkeiten

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Du möchtest noch mehr übers Einrichten erfahren und weißt nicht, wie du starten sollst? Dieser Guide verschafft dir Klarheit und Mut, endlich dein Traumzuhause zu erschaffen.

Ich hoffe, du konntest hier einige hilfreiche Tipps für dich oder deine Mitbewohner*in mitnehmen. Denn gerade in einem lauten und stressigen Alltag kann uns ein ruhiges Zuhause enorme Entlastung schenken.

Möchtest du noch tiefer in Thema einsteigen, schau dir gern auch den folgenden Blogartikel an, in dem ich darauf eingehe, wie hilfreich Minimalismus für Hochsensible ist.

Wenn du auch hochsensibel bist, in welchen Punkten hast du dich besonders wiedergefunden? Erzähle es mir gerne @nemali.interiors auf Instagram. Ich freue mich total, wenn wir uns über unsere Erfahrungen austauschen!

Alles Liebe, deine

Hi, ich bin Nele

Als Interior Designerin unterstütze ich meine Kund*innen dabei, ihre Wohnbedürfnisse zu erkennen und ein Zuhause zu schaffen, das wirklich zu ihnen passt. Auf meinem Blog findest du Impulse und Tipps rund um die Themen Einrichtung, Slow Home und Minimalismus.

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