Dein Zuhause und das Glück
Wie Wohlfühlglück und Werteglück dein Wohnen wirklich verändern
In einer Weiterbildung bin ich vor Kurzem auf ein Konzept aus der positiven Psychologie gestoßen, das mich nicht mehr losgelassen hat. Es ging um drei verschiedene Arten von Glück: Zufallsglück, Wohlfühlglück und Werteglück.
Zuerst klangen die Begriffe für mich fast ein wenig abstrakt. Aber je länger ich darüber nachgedacht habe, desto klarer wurde mir, wie viel sie mit dem zu tun haben, was ich jeden Tag in meiner Arbeit sehe. Und vor allem mit dem, was viele Frauen mir erzählen, wenn sie über ihr Zuhause sprechen.
Dieses Gefühl von:
„Eigentlich ist meine Einrichtung schön. Und trotzdem fehlt etwas.”
Drei Arten von Glück
Bevor wir darüber sprechen, was das Konzept mit deinem Zuhause zu tun hat, lohnt sich ein kurzer Blick auf die drei Begriffe.
Zufallsglück beschreibt die Momente, die einfach passieren. Ein unerwartetes Ereignis, ein glücklicher Zufall, etwas, das wir nicht planen oder steuern können. Es ist flüchtig und entzieht sich unserem Einfluss.
Wohlfühlglück ist das Glück des Augenblicks. Es entsteht aus angenehmen Erfahrungen. Aus Dingen, die sich gut anfühlen, die schön sind, die uns Freude machen. Ein wohltuendes Gespräch mit einer lieben Freundin, ein warmes Bad nach einem Tag in der Kälte, ein leckeres Essen in gemütlicher Atmosphäre.
Werteglück geht tiefer. Es ist das Glück, das wir empfinden, wenn wir nach unseren Werten handeln oder nach wichtigen Zielen streben. Es entsteht, wenn unsere Entscheidungen im Einklang mit dem stehen, was uns wichtig ist und wir dadurch Sinn in unserem Tun finden. Das Glück ist weniger offensichtlich, aber nachhaltiger. Ruhiger. Stabiler.
Alle drei Formen haben ihre Berechtigung. Aber sie wirken unterschiedlich lange und auf unterschiedliche Weise.
Was das mit deinem Zuhause zu tun hat
Wenn wir über Glück sprechen, denken viele zuerst an die großen Momente. Dabei zeigt sich Zufriedenheit oft viel leiser. In den kleinen Alltagssituationen. In dem, was uns täglich umgibt.
Unser Zuhause ist einer dieser Orte. Es beeinflusst, wie wir uns fühlen, ohne dass wir es ständig bewusst wahrnehmen. Und genau hier wird es spannend.
Viele Menschen versuchen, ihr Zuhause unbewusst über das Wohlfühlglück zu gestalten. Sie wählen Dinge, die ihnen gefallen. Farben, die sie schön finden. Materialien, die sich gut anfühlen. Und oft funktioniert das auch. Es entsteht Gemütlichkeit, Ruhe, vielleicht sogar ein kleines Aufatmen.
Aber wenn die Grundlage nicht stimmt, fehlt dennoch das Gefühl von Ankommen, das Gefühl von hier fühle ich mich Zuhause.
Ich sehe das häufig in meiner Arbeit. Räume, die ästhetisch sind, durchdacht, fast perfekt. Und trotzdem fehlt etwas. Nicht, weil etwas falsch gemacht wurde. Sondern weil die Verbindung zur Person fehlt, die darin lebt.
Wenn dein Zuhause nicht zu deinen Werten passt
Ein Zuhause kann sich gut anfühlen und trotzdem nicht richtig.
Wenn dir Ruhe wichtig ist, dein Raum aber visuell unruhig ist, wirst du das spüren. Wenn du dir Klarheit wünschst, aber von zu vielen Dingen umgeben bist, auch. Wenn dir Natürlichkeit wichtig ist, deine Materialien aber künstlich sind, entsteht Distanz.
Das sind keine offensichtlichen Fehler. Es sind leise Widersprüche. Und genau diese Widersprüche verhindern oft, dass ein echtes Ankommen entsteht.
Eine andere Art, auf dein Zuhause zu schauen
Für mich beginnt Einrichten nicht bei Möbeln.
Es beginnt bei dir. Über das Werteglück stellt sich nicht die Frage, was dir spontan gefällt, sondern was dich wirklich unterstützt. Nicht theoretisch, sondern in deinem Alltag. In den Momenten, in denen du erschöpft bist. Oder zur Ruhe kommen möchtest. Oder einfach nur präsent sein willst.
Meine Arbeit ist es, genau dort hinzuschauen. Dinge zu erkennen, die oft noch nicht ganz greifbar sind. Und daraus Räume zu entwickeln, die nicht nur schön sind, sondern tragen.
Räume, die dich nicht überfordern. Die dich nicht verunsichern. Die dich leise unterstützen.
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Eine Einladung zum Innehalten
Vielleicht magst du dein Zuhause einmal aus dem Blickwinkel des Glücks betrachten. Nicht, um sofort etwas zu verändern, sondern um es besser zu verstehen.
Welche Dinge in deinem Zuhause geben dir ein unmittelbares Gefühl von Freude oder Gemütlichkeit?
Welche davon fühlen sich auch nach längerer Zeit noch stimmig an?
Wo hast du Entscheidungen getroffen, weil dir etwas gefallen hat, ohne zu prüfen, ob es wirklich zu dir passt?
Welche Räume oder Ecken fühlen sich ruhig und klar an und warum?
Wenn du an dein Zuhause denkst, was davon spiegelt wirklich deine Werte und dein Leben wider?
Ein letzter Gedanke
Vielleicht geht es beim Einrichten weniger darum, perfekt Einzurichten. Sondern mehr darum, klarer zu erkennen, was wirklich zu dir gehört.
Wenn du dein Zuhause aus dieser Perspektive betrachtest, verändert sich oft nicht nur der Raum, sondern auch dein Gefühl darin. Es wird ruhiger. Stimmiger. Verlässlicher. Und vielleicht ist genau das die Art von Zuhause, nach der du suchst.
Was würde sich in deinem Zuhause verändern, wenn es nicht nur schön wäre, sondern wirklich zu dir passt?
Verrate es mir gerne @nemali.interiors auf Instagram. Ich freue mich auf deine Nachricht!
Alles Liebe, deine
Hi, ich bin Nele
Als Interior Designerin unterstütze ich meine Kund*innen dabei, ihre Wohnbedürfnisse zu erkennen und ein Zuhause zu schaffen, das wirklich zu ihnen passt. Auf meinem Blog findest du Impulse und Tipps rund um die Themen Einrichtung, Slow Home und Minimalismus.
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